Energieaudit nach DIN EN 16247-1 jetzt auch in Deutschland Pflicht

Die im Oktober 2012 offiziell vorgestellte Norm DIN EN 16247-1 soll einen transparenten Orientierungsrahmen für den Inhalt und den Ablauf für das Energieaudit und die gestellten Anforderungen aufzeigen (vergleiche DIN 16247 PDF – Merkblatt für Energieaudits). Ein explizites Energieaudit dieser Art wird dabei als systematische Erfassung sowie Analyse von Energieträgern, Energieeinsatz, Energieverbauch und Energieeffizienz definiert. Vorrangiges Ziel ist es, Energieflüsse und vorhandene Optimierungspotenziale zu identifizieren und die Energieeffizienz kontinuierlich zu verbessern. Zudem werden im weiteren Verlauf des Energieaudits die verschiedenen Optimierungsmaßnahmen durch Wirtschaftlichkeits- und Investitionsberechnungen bewertet. Die Ergebnisse dieser Bewertungen sollen den jeweiligen Unternehmen transparent verdeutlichen, innerhalb welchem Zeitraum sich eine Investition wirtschaftlich darstellen lässt. Abschließend wird ein umfassender Energiebericht verfasst, in welchem die identifizierten Optimierungspotenziale dargestellt werden, und die daraus resultierenden Einsparmaßnahmen aufzeigt.

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Hr. Klaus Grabscheit
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Neu: Seit Mai 2015 ist das Energieaudit Pflicht

Mit der Novellierung des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) sind Unternehmen in Deutschland, die nicht den KMU (kleine und mittelständige Unternehmen) zuzurechnen sind, zur Durchführung eines Energieaudits verpflichtet. Das EDL-G ist von der europäischen Energieeffizienzrichtlinie RL 2012/27/EU abgeleitet, die Unternehmen (Infoblatt Definition Nicht-KMU) verbindliche Energieaudits vorschreibt. Im Februar 2015 stimmte der deutsche Bundestag dem geänderten Gesetzesentwurf zu. Anfang Mai ist das neue EDL-G in Kraft getreten.

Konsequenz für deutsche Unternehmen: Betriebe können durch ein Energieaudit Kosten einsparen

Mit Inkrafttreten des überarbeiteten Energiedienstleistungsgesetzes ist es nunmehr eine vom Gesetzgeber vorgegebene Pflicht, dass Unternehmen, die nicht unter die von der Europäischen Union (EU) verwendeten KMU Definition fallen, ab diesem Jahr entsprechende Energieaudits nach der Norm DIN EN 16247-1 durchführen müssen. Von der Pflicht zur Durchführung eines Energieaudits sind mindestens 50.000 Betriebe (Nicht-KMU) in Deutschland betroffen. Die Durchführung eines Energieaudits muss bis spätestens zum 05. Dezember 2015 erfolgen und alle vier Jahre wiederholt werden.

Ihr Unternehmen muss ein Energieaudit nach DIN EN 16247 durchführen, wenn eine der beiden Fragen mit JA beantwortet werden kann:
→ Ihr Unternehmen hat mehr als 249 Mitarbeiter? ODER
→ Ihr Unternehmen hat weniger als 250 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als 50 Mio. EUR und eine Jahresbilanzsumme von über 43 Mio. EUR?

Aufgrund der neuen Regelung sind jetzt auch sämtliche nicht-produzierenden Betriebe (Banken, Verwaltungen, Handel, Kliniken, Versicherungen sowie verbundene Unternehmen und Unternehmensbeteiligungen) dieser Größenordnung zur Durchführung der Energieaudits verpflichtet. In der Vergangenheit war lediglich das produzierende Gewerbe im Rahmen der Rückerstattung von Energie- und Stromsteuer in der entsprechenden Pflicht.

Ausgenommen von der Pflicht zur Durchführung von Energieaudits sind neben den KMU auch diejenigen Unternehmen, welche bis Dezember 2015 ein Umweltmanagementsystem gemäß des EU-Standards EMAS eingeführt haben oder mit der Einführung eines Energiemanagementsystem nach ISO 50001 begonnen haben.

Unterschiede zwischen dem Energieaudit DIN EN 16247 und dem Energiemanagementsystem DIN EN ISO 50001:

Energieaudit nach DIN EN 16247-1:

  • Gibt den Ablauf einer systematischen Energieanalyse vor (Ablauf des Energieaudit ist in der DIN EN 16247 angegeben).
  • Beinhaltet eine Verbrauchs- sowie eine Potenzialanalyse.
  • Bewertet den Ist-Zustand des Energieverbrauchs und der Energieeffizienz eines Unternehmens.
  • Identifiziert Einsparpotenziale und benennt mögliche Einsparmaßnahmen.

Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001:

  • Systematischer Ansatz zur kontinuierlichen Verbesserung der energiebezogenen Leistung.
  • Voraussetzung für Strom und Energiesteuerrückerstattungen sowie für die EEG-Ausgleichsregelung.
  • Das Energiemanagementsystem dient der Erfassung aller Energieströme und ist die Basis für Investitionsentscheidungen zur Verbesserung der Energieeffizienz.

Energieaudit DIN EN 16247 und Energiemanagementsystem DIN EN ISO 50001 im Vergleich

ENERGIEAUDIT DIN EN 16247-1 ENERGIEMANAGEMENTSYSTEM DIN EN ISO 50001
Anwendungsbereich / Zielgruppe Verpflichtend für alle Nicht-KMU Prinzipiell für alle Unternehmen, vor allem aber Großunternehmen und KMU mit hohen Energiekosten
Einsparpotential Einzelmaßnahmen. Keine Verpflichtung zur Steigerung der Energieeffizienz. Mitarbeiter nur wenig eingebunden. Fortlaufende Verbesserungen. Nachweisbare Steigerung der Energieeffizienz. Einbindung der Mitarbeiter. Berücksichtigt auch Einkauf und Beschaffung.
Kosten / Aufwand Geringerer Aufwand. Wiederholung nur mindestens einmal alle vier Jahre. Keine Personalkosten, wenn durch externen Energieauditor durchgeführt. Größerer Aufwand für Personal, Dokumentation sowie optional externe Berater.
Effizienz / Prognose Nur ungenau abschätzbar. Abhängig von der Umsetzung durch das Unternehmen selbst. Klare Vorgaben für die Einführung und den Betrieb. Zusatznutzen für das Unternehmen durch Außenwirkung sowie Einbeziehung der Mitarbeiter.

Gründe für ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001

  • Senkung der Energiekosten (Strom, Erdgas, Heizöl, etc.)
  • Steigerung der Energieproduktivität
  • Imageverbesserung gegenüber Kunden
  • Forderung von Kunden
  • Erfüllung gesetzlicher Vorgaben (EU-Energieeffizienzrichtlinie, Spitzenausgleich, EEG-Ausgleichsregelung, etc.)

Ablauf Energieaudit: Anforderungen und Elemente des Energieauditprozesses

Gemäß den Anforderungen zur Durchführung von Energieaudits DIN EN 16247 muss darauf geachtet werden, dass die eingesetzten Energieauditoren angemessen erfahren und qualifiziert sind. Des Weiteren muss das Energieaudit vollständig, angemessen und repräsentativ sein. Die Ergebnisse des Energieaudits müssen nachvollziehbar und reproduzierbar sein.

Prozeßschritte des Energieaudits nach DIN EN 16247-1

  • Auftaktbesprechung (Festlegen der Anforderungen etc.)
  • Datenerfassung aller relevanten Informationen zum Energieverbrauch, Energiemanagement und der Energieeffizienz
  • Durchführung eines Außeneinsatzes (Begehung vor Ort)
  • Analyse (beeinflussende Faktoren identifizieren, Energiekennzahlen ermitteln etc.)
  • Erstellen des Abschlussberichts

Vorteile des Energieaudits nach DIN EN 16247-1

  • Potenziale zur Energieeinsparungen werden ermittelt
  • Realisierung von Energiekosteneinsparungen
  • Nachhaltigkeitsstrategien können ermittelt werden
  • Grundlage für Steuererrückerstattungen (Spitzenausgleichsregelung für KMU)